Förderverein erhält Nachrichteninfo
Ende des Jahres erscheint das erste Nachrichteninfo des Fördervereins. Der Newsletter, der künftig vierteljährlich erscheinen soll, dient vorwiegend der internen Kommunikation. Er wird zunächst nur an Mitglieder sowie an dem Förderverein nahe stehende Personen und Organisationen versandt. Es wird um die Aktivitäten des Vorstands gehen, damit Sie wissen, was wir denken, planen oder bereits erledigt haben, schreibt der Vorsitzende Dr. Jörg Kürschner in seinem Geleitwort.
Lange Nacht der Museen im Januar und August
Erneut beteiligte sich die Gedenkstätte auch 2005 an der schon traditionellen Langen Nacht der Museen in der Hauptstadt. Viel beachtet war neben weiteren Angeboten eine Lesung des Schriftstellers Erich Loest. Auch der Förderverein nutzte die Gelegenheit, warb für seine Ziele und stieß dabei auf ein reges Interesse der Besucher. Vor allem dessen Faltblatt fand an diesem Abend reißenden Absatz.
Landesminister Christean Wagner in Hohenschönhausen
Am 2. November 2005 besuchte der hessische Justizminister Dr. Christean Wagner die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen. Während des Rundgangs zeigte er sich betroffen und erschüttert von den unmenschlichen Haftbedingungen. Wagner und seine Begleitung wurden vom Vorsitzenden des Fördervereins, Dr. Jörg Kürschner geführt. Anschließend traf sich Wagner mit dem Direktor der Gedenkstätte, Dr. Hubertus Knabe.
Jahresmitgliederversammlung
Als sich die Mitglieder des Fördervereins am 3. November in den Räumen der saarländischen Landesvertretung trafen, konnten sie auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr zurückblicken, wie der Vorsitzender Dr. Jörg Kürschner in seinem Rechenschaftsbericht betonte.
Das Spendenaufkommen konnte deutlich erhöht werden, allerdings steht der entscheidende Durchbruch noch aus. Die Suche nach einem Sponsor für die Stiftung eines Preises des Fördervereins war bisher vergebens. Die derzeit von der Gedenkstätte vorbereitete Wanderausstellung Im Zentrum der Sicherheit wird der Förderverein mit 7 000 Euro unterstützen. Im Anschluss an die Jahresmitgliederversammlung stellte unser Gründungsmitglied, der Schriftsteller Lutz Rathenow, sein Buch Ost‑Berlin ‑ Leben vor dem Mauerfall mit Fotos von Harald Hauswald vor. Dabei schmückte er die Lesung mit eigenen Anekdoten. Das Buch konnte nur in Westdeutschland erscheinen, sorgte deshalb 1987 in der SED‑Führung für erhebliche Aufregung.

Peter Seifert und Ehefrau, 2.u.3. v. l. und
Dr. Jörg Kürschner,Vorsitzender Förderverein, 2. v. r.
Linse‑Neffe besucht Hohenschönhausen
Am 11. Mai 2005 war Peter Seifert, ein Neffe von Dr. Walter Linse, zu Besuch in der Gedenkstätte. Linse wurde 1952 vor seinem Haus in West‑Berlin auf offener Straße entführt. Dies war der spektakulärste Fall eines Menschenraubs durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Nach monatelanger Untersuchungshaft in Berlin‑Hohenschönhausen wurde er wegen angeblicher Spionage zum Tode verurteilt und am 15. Dezember 1953 in Moskau hingerichtet.
Dr. Jörg Kürschner, Vorsitzender des Fördervereins und ehemaliger Häftling, führte das in den USA lebende Ehepaar Seifert mit Bekannten durch das ehemalige Untersuchungsgefängnis des Staatssicherheitsdienstes. Seifert war zuletzt im Dezember 2003 in Berlin, als Linse ‑ anlässlich seines 50. Todestages ‑ mit einer Kranzniederlegung im Rosenhof der Gedenkstätte und einer Feierstunde im Schöneberger Rathaus geehrt wurde. Das in den USA lebende Mitglied des Fördervereins besucht regelmäßig bei seinen Berlinaufenthalten die Gedenkstätte.
Gründungsmitglied des Fördervereins besucht Gedenkstätte

Dr. Hermann Otto Solms, MdB, und Dr. Jörg Kürschner, Mitte,
mit Gästen des Liberalen Bürgerfonds.
Am 1. Mai 2005 besuchte Bundestagsvizepräsident Dr. Hermann Otto Solms mit Gästen des Liberalen Bürgerfonds die Gedenkstätte. Solms zählt zu den 19 Persönlichkeiten, die den Förderverein im November 2003 gegründet haben.
Förderverein organisierte Zeitzeugengespräch

Roland Jahn im Gespräch mit Berliner Schülern.
Am 5. Januar 2005 sprach Roland Jahn, einer der Hauptakteure der Jenenser Friedensgemeinschaft, Anfang der achtziger Jahre und heute Redakteur der ARD‑Sendung Kontraste (RBB), vor Schülern des Leonard‑Bernstein‑ Gymnasiums im Berliner Bezirk Marzahn‑Hellersdorf über seine Konflikte in der DDR.
Initiator der Veranstaltung war André Gaedecke, freiberuflicher Journalist und Mitglied des Fördervereins. Gerade Zeitzeugen mit Ausstrahlungskraft und einem fundierten Wissen, welches aus eigenem Erleben resultiert, sind gut geeignet, der Verharmlosung des SED‑Unrechts und der weit verbreiteten Nostalgie etwas entgegen zu setzen, so Gaedecke zu seinem Anliegen. Unter dem Titel Ist denn alles schon vergessen? sollen die Gespräche mit Zeitzeugen in Schulen zu einer Tradition werden.


















