Aktivitäten des Fördervereins 2007 und davor


2007: Besuch von Ministerpräsident Christian Wulff



Zu Beginn des Jahres 2007 hat sich der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) vom ehemaligen Häftling Dr. Jörg Kürschner, Vorsitzender des Fördervereins seit 2003, über das frühere Stasi‑Gefängnis und von Direktor Dr. Knabe über die aktuellen Herausforderungen informieren lassen.


2007: Biographie über Jürgen Fuchs im „Jaron Verlag“ erschienen

                            

Die Biographie über den DDR‑Kritiker Jürgen Fuchs wurde mit einer Zuwendung vom Förderverein unterstützt. Die Gedenkstätte stellte die Fuchs‑Biographie, Autor Udo Scheer, Titel: „Jürgen Fuchs. Ein literarischer Weg in die Opposition„ in der Reihe „Inhaftiert in Hohenschönhausen„ mit dem Zusatz „mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen„ am 27. August 2007 in der Berliner Landesvertretung des Freistaates Thüringen vor.



2006: Besuch von Innenminister Bouffier


          Volker Bouffier ‑ Mitglied des Fördervereins

Am 9. Februar 2006 besuchte der Hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) erstmals die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen. Er wurde vom Gründungsmitglied Hans‑Eberhard Zahn durch das ehemalige Gefängnis geführt. Der Minister ließ sich ausführlich über die Haftbedingungen während der sowjetischen Besatzungszeit und der DDR‑Diktatur bis 1989 informieren.
Bouffier zeigte sich erschüttert über das Haftregime und erklärte spontan seinen Beitritt zum Förderverein.
Ende Oktober 2006 besuchte erb zusammen mit seiner Familie erneut die Gedenkstätte. Nach Ministerpräsident Roland Koch und Justizminister Dr. Christean Wagner ist Bouffier das dritte hessische Kabinettsmitglied, das die frühere Zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) besucht hat.


2006: BVV Lichtenberg am 14. März

        

Am 14. März 2006 fand im Rathaus Lichtenberg eine Bezirksverordnetenversammlung (BVV) statt. Thema war die geplante Aufstellung von vier Informationstafeln über das ehemalige Sperrgebiet rund um die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen.
Die geplante Podiumsdiskussion (anwesend waren u.a. Gedenkstättenleiter Dr. Hubertus Knabe, der damalige Kultursenator Dr. Thomas Flierl, Reinhard Fuhrmann, ehemaliger Häftling und Besucherreferent der Gedenkstätte) wurde von etwa 200 ehemaligen Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR genutzt, die Arbeit der Gedenkstätte zu verunglimpfen, die ehemaligen Häftlinge als Lügner zu beschimpfen und die von ihnen begangene Verletzung der Menschenrechte zu relativieren und zu leugnen. Unter ihnen waren Siegfried Rataizik (Foto), der letzte Direktor des Untersuchungsgefängnisses, Wolfgang Schwanitz, letzter Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit der DDR (AfNS) und Wolfgang Schmidt, MfS‑Insiderkommitee.
Dr. Thomas Flierl hatte es auf der Sitzung nicht für nötig befunden, sich von diesen Äußerungen zu distanzieren. Dies rief einen Skandal nicht nur in den Berliner sondern auch in nationalen und internationalen Medien, in Politik und Gesellschaft hervor. Resultat war eine neuerliche und engagierte Diskussion über den Umgang mit der zweiten deutschen Diktatur.


2006: Lesung im Abgeordnetenhaus


                      Zeichen setzen gegen Stasi

Unter dem Titel „Zeichen setzen ‑ Schauspieler und ehemalige Häftlinge des MfS lesen Zeitzeugenberichte“ hatte der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper, am 4. April 2006 zu einer Lesung aus den Gefängnisaufzeichnungen früherer Stasi‑ Häftlinge eingeladen. Die Schauspieler Udo Schenk und Karsten Harfst lasen im vollbesetzten Plenarsaal aus Zeitzeugenberichten, FV‑Mitglied Vera Lengsfeld zitierte aus ihren Aufzeichnungen während der Haft in Hohenschönhausen.
Unter den Zuhörern war auch Berlins Kultursenator Thomas Flierl, der den Stasi‑Kadern in Lichtenberg nicht entgegengetreten war und deshalb parteiübergreifend heftig kritisiert worden war. Später räumte der PDS‑Politiker „persönliches Fehlverhalten“ ein, eine Entschuldigung lehnte er aber ab.


2006: BVV Lichtenberg am 26. April


                      Vereinsvorsitzender in der BVV von Lichtenberg

Nach dem Skandal um die BVV am 14. März 2006 wurde die Arbeit der Gedenkstätte Berlin‑ Hohenschönhausen belohnt: Das PDS‑dominierte Parlament beschloss am 26. April mit Mehrheit die unverzügliche Aufstellung von vier Informationstafeln, die auf das ehemalige sowjetische Speziallager und spätere Stasi‑ Untersuchungsgefängnis hinweisen. Die SED‑ Nachfolger hatten sich monatelang beharrlich geweigert, Dr. Knabes Formulierung „über vierzigjährige kommunistische Diktatur in Ostdeutschland“ zu akzeptieren.
Zwei Gründungsmitglieder des Fördervereins, Hans‑Eberhard Zahn und Dr. Jörg Kürschner, unterstützt von den SPD‑, CDU‑ und FDP‑Fraktionen, appellierten an die PDS‑Abgeordneten, ein Zeichen gegen Geschichtsverleugnung und DDR‑Verherrlichung zu setzen. Dass einige von der PDS unterstützte Redner die Verbrechen der Stasi leugneten, stieß überwiegend auf Empörung der rund 150 Zuhörer. Der frühere Gefängnisleiter Siegfried Rataizik nahm den Beschluss, die Informationstafeln aufzustellen, kopfschüttelnd zur Kenntnis.
Mit großer Genugtuung erlebten am 21. Juli 2006 ehemalige Häftlinge, rund hundert Zuschauer sowie ein großes Presseaufgebot die kurze und würdige Enthüllung von vier Informationstafeln.


2006: Der Förderverein unterstützt Projekte der Gedenkstätte

        
     Barkas B 1000 durch Förderverein erworben

Der Arbeit mit jungen Heranwachsenden wird in der Gedenkstätte eine hohe Priorität eingeräumt. Der Förderverein unterstützt diese Aktivitäten mit Hilfe der Mitgliedsbeiträge und der Spenden seit seiner Gründung. Im Jahr 2006 wurden wieder zwei Projekte der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen wurden vom Förderverein finanziell unterstützt.
Zum einen ein Internationales Schülerseminar mit rund 30 Schülern aus Lettland, Ungarn, Polen über die Volksaufstände in Polen und Ungarn. Die „Pädagogische Arbeitsstelle“ der Gedenkstätte hatte das Seminar zusammen mit der Deutschen UNESCO‑Kommission e.V. organisiert, der Förderverein übernahm das Honorar für den Theaterpädagogen.
Zum anderen wurde über eine Internetauktion ein Barkas B 1000 erworben, der zuletzt der Stasi in Gotha als Gefängnistransporter diente. Die Fahrt in den winzigen, fensterlosen und kaum belüfteten Einzelzellen war eine Tortur für die Häftlinge. Jetzt wurde das 1983 in Dienst gestellte Fahrzeug originalgetreu restauriert. Die Anschaffungskosten von 1.500 EUR übernahm der Förderverein.



2006: Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler

            
Der Bundespräsident wurde von Dr. Jörg Kürschner, Vorsitzender des Fördervereins, und Gründungsmitglied Hans‑Eberhard Zahn geführt

„Der Besuch hier in Hohenschönhausen macht eindringlich klar: Hier darf nichts vergessen werden und Gerechtigkeit zu schaffen braucht einen langen Atem“.
Diese Sätze finden sich seit dem 14. November 2006 im Gästebuch der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen.
Bundespräsident Horst Köhler hatte das einstige Stasi‑Untersuchungsgefängnis zusammen mit seiner Frau besucht. Trotz des aktuellen Streits über eine Regelüberprüfung auf Stasi‑Tätigkeit fand Köhler deutliche, mahnende Worte. Die SED‑Opfer hätten es verdient, dass Ihnen „mehr zugehört werde“.
„Wir geben der Aufarbeitung des DDR‑Unrechts nicht die nötige Aufmerksamkeit“, fuhr das Staatsoberhaupt fort. Es könne nicht sein, dass „damalige Opfer heute wieder in die Defensive geraten und sich fragen: Wer schützt mich?“, sagte Köhler vor den zahlreich erschienenen Medienvertretern.
Köhler hatte sich zwei Stunden für seinen Besuch genommen. Gezeigt wurde ihm das Areal unter anderem von den Besucherreferenten Dieter von Wichmann. Anschließend sprach Köhler im kleinen Kreis mit ehemaligen Häftlingen über deren Situation. Gedenkstättenleiter Dr. Hubertus Knabe berichtete von dem provokativen Auftreten ehemaliger Stasi‑Offiziere, die immer dreister die von ihnen begangenen Menschenrechtsverletzungen leugneten. Der Förderverein‑Vorsitzende Dr. Jörg Kürschner skizzierte die Arbeit und Ziele des vor drei Jahren gegründeten Vereins.



2005: Linse‑Neffe besucht Hohenschönhausen


Peter Seifert und Ehefrau, 2.u.3. v. l. und
Dr. Jörg Kürschner,Vorsitzender Förderverein, 2. v. r.


Am 11. Mai 2005 war Peter Seifert, ein Neffe von Dr. Walter Linse, zu Besuch in der Gedenkstätte. Linse wurde 1952 vor seinem Haus in West‑Berlin auf offener Straße entführt. Dies war der spektakulärste Fall eines Menschenraubs durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Nach monatelanger Untersuchungshaft in Berlin‑Hohenschönhausen wurde er wegen angeblicher Spionage zum Tode verurteilt und am 15. Dezember 1953 in Moskau hingerichtet.
Dr. Jörg Kürschner, Vorsitzender des Fördervereins und ehemaliger Häftling, führte das in den USA lebende Ehepaar Seifert mit Bekannten durch das ehemalige Untersuchungsgefängnis des Staatssicherheitsdienstes. Seifert war zuletzt im Dezember 2003 in Berlin, als Linse ‑ anlässlich seines 50. Todestages ‑ mit einer Kranzniederlegung im Rosenhof der Gedenkstätte und einer Feierstunde im Schöneberger Rathaus geehrt wurde. Das in den USA lebende Mitglied des Fördervereins besucht regelmäßig bei seinen Berlinaufenthalten die Gedenkstätte.


2005: Gründungsmitglied des Fördervereins besucht Gedenkstätte


Dr. Hermann Otto Solms, MdB, und Dr. Jörg Kürschner, Mitte,
mit Gästen des Liberalen Bürgerfonds


Am 1. Mai 2005 besuchte Bundestagsvizepräsident Dr. Hermann Otto Solms mit Gästen des Liberalen Bürgerfonds die Gedenkstätte. Solms zählt zu den 19 Persönlichkeiten, die den Förderverein im November 2003 gegründet haben.


2005: Förderverein organisierte Zeitzeugengespräch


Roland Jahn im Gespräch mit Berliner Schülern

Am 5. Januar 2005 sprach Roland Jahn, einer der Hauptakteure der Jenenser Friedensgemeinschaft, Anfang der achtziger Jahre und heute Redakteur der ARD‑Sendung „Kontraste“ (RBB), vor Schülern des Leonard‑Bernstein‑ Gymnasiums im Berliner Bezirk Marzahn‑Hellersdorf über seine Konflikte in der DDR.
Initiator der Veranstaltung war André Gaedecke, freiberuflicher Journalist und Mitglied des Fördervereins. „Gerade Zeitzeugen mit Ausstrahlungskraft und einem fundierten Wissen, welches aus eigenem Erleben resultiert, sind gut geeignet, der Verharmlosung des SED‑Unrechts und der weit verbreiteten Nostalgie etwas entgegen zu setzen“, so Gaedecke zu seinem Anliegen. Unter dem Titel „Ist denn alles schon vergessen?“ sollen die Gespräche mit Zeitzeugen in Schulen zu einer Tradition werden.


2005: Die Nachrichteninfos erscheinen
Die in an die Mitglieder, Freunde und Förderer versendeten „Nachrichteninfos„ erfreuen sich seit dem ersten Erscheien im Jahre 2005 großer Beliebtheit. In der Buchhandlung ´89 enstand nach dem Newsletter eine rege Nachfrage, wodurch zahlreiche Spenden für den Verein eingingen.
Unter dem Button "Chronologie" auf dieser Website finden Sie zum Nachblättern alle Ausgaben des Nachrichteninfos.


2004: Förderverein entfaltet erste Aktivitöten



Der „GSTW“ am Tag der Überhebung im März 2004
Der Förderverein ruft 2004 zu einer Spendenaktion auf. Damit soll der „Gefangenen‑Sammel‑Transportwagens“ (GSTW) vor dem drohenden Verfall geschützt werden.



Die Preisträger am 3. Oktober 2004, dem 14. Jahrestag der deutschen Einheit. In der Mitte Dr. Jörg Kürschner, Vorsitzender des Fördervereins.
Rechts: Urkunde.

Die Bundeszentrale für politische Bildung zeichnet den Förderverein Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen mit dem „Einheitspreis“ aus.



2003: Förderverein wird gegründet

27. November 2003: Gründung des Fördervereins

Dezember 2003: Verabschiedung der Satzung