Aktivitäten 2009


Betreuung prominenter Besucher

Die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen hat im Jahr 2009 einen neuen Besucherrekord verzeichnet: 2009 besichtigten 314.000 Menschen die 1990 stillgelegte Haftanstalt. Im Jahr zuvor waren es noch 249.000 gewesen. Das entspricht einer Steigerung von 26 Prozent.

Der Besuch der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Dr. Angela Merkel, am 5.Mai 2009 war für Gedenkstätte und Förderverein der Höhepunkt des Jahres 2009.

    

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf bei ihrem Besuch mit den letzten Gefangenen des früheren Stasi‑Gefängnisses zusammen. Unter den im Herbst 1989 durch die friedliche Revolution in der DDR die Freiheit Wiedererlangten befanden sich unser Vereinsmitglied Uwe Hädrich sowie Manfred Haferburg und Mirko Röwer. An einem Gedenkstein legten sie gemeinsam mit der Bundeskanzlerin einen Kranz für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft nieder.

    

Weitere prominente Besucher der Gedenkstätte, die von Mitgliedern des Fördervereins bei ihren Rundgängen begleitet wurden, waren Mitglieder der SPD‑Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses sowie u.a. die Bundestagsabgeordneten Ernst‑Reinhard Beck (CDU), Michael Glos (CSU), Heinz‑Peter Haustein (FDP), Philipp Mißfelder (CDU), Erika Steinbach (CDU), Arnold Vaatz (CDU), Wolfgang Wieland (Grüne) sowie die Ministerpräsidenten von Brandenburg, Matthias Platzeck, und von Sachsen‑Anhalt, Prof. Dr. Wolfgang Böhmer.
In seiner Hohenschönhausen‑Rede sprach Prof. Böhmer über die kommunistische Ideologie. Die Unterschiedlichkeit der einzelnen Menschen „ist unser größter Reichtum sowie der wichtigste Motor für Fortschritt und Entwicklung. Wir müssen lernen, uns unserer Unterschiedlichkeit anzunehmen und darauf verzichten, davon zu träumen, einen neuen Menschen aus uns machen zu wollen.“
Dies sei eine wichtige Lehre aus den Erfahrungen mit der kommunistischen Ideologie und eine Herausforderung für alle Demokraten. Aufgabe der Politik in einer wettbewerbsorientierten Leistungsgesellschaft sollte es sein, einen Rahmen für sozialen Ausgleich zu bieten, der nicht einer staatlichen Drangsalierung gleichkommt.

            


Ideelle und materielle Förderung

Der Förderverein konnte im Jahr 2009 mit insgesamt 8.327,67 Euro die Gedenkstätte unterstützen.
Zehn Jahre nach seinem Tod, erschienen die „Vernehmungsprotokolle“ von Jürgen Fuchs neu im Jaron Verlag. Der Förderverein der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen hat diese Buchveröffentlichung finanziell unterstützt.

                               

Der Förderverein unterstützte weiterhin Vorhaben der Pädagogischen Arbeitsstelle der Gedenkstätte. Die Projektwoche „Geschichte zum Anfassen“ konfrontierte eine Berliner Schulklasse mit der DDR‑Staatssicherheit und den Haftbedingungen im ehemaligen Zentralen Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit.
Gefördert wurde außerdem das gemeinsam von Gedenkstätte und UNESCO‑Projektschulen initiierte internationale Seminar „Fall der Mauer, Fall des Kommunismus“. Regelmäßig werden ehemalige Häftlinge in die Projekte der Pädagogischen Arbeitsstelle eingebunden.

    

Der Förderverein trägt zur Finanzierung der Wanderausstellung „Haftort Berlin‑Hohenschönhausen“ bei, die in Schulen gezeigt wird und damit die zum Teil erheblichen Wissenslücken der nachwachsenden Generation verringern soll.
Des Weiteren gehörte der Förderverein zu den Finanziers des Kunstprojekts „Stasi‑Live‑Haft“. Kameras und Mikrophone haben drei Tage die „Haft“ eines früheren Häftlings rund um die Uhr aufgezeichnet und im Internet übertragen. Ausweislich des beeindruckenden, auch international registrierten Medienechos gerade im Mauerfall‑Jubiläumsjahr sollten neue Zielgruppen gewonnen werden.


Gedenkstättenleiter erhält Orden

    

Für seinen „seinen Beitrag zur historischen Wahrheit“ über die Arbeit des DDR‑Staatssicherheitsdienstes wurde der Direktor der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen, Hubertus Knabe (50 Jahre), mit dem italienischen „Capo Circeo Preis“ ausgezeichnet.
Knabe erhielt die Auszeichnung als „außergewöhnlicher Forscher auf dem Gebiet der schmutzigen Arbeit der Stasi“. Sein neuestes Buch „Honeckers Erben. Die Wahrheit über Die Linke“ sei ein bedeutendes Instrument der Bildung, insbesondere für die junge Generation. Die Preisverleihung hat am im Rahmen einer feierlichen Zeremonie auf dem Kapitol in Rom stattgefunden.
Daneben erhielt Hubertus Knabe für sein „Engagement für Freiheit und Demokratie und für die Aufarbeitung des SED‑Unrechts“ das Bundesverdienstkreuz am Bande.
In der Begründung des Bundespräsidenten wird Knabe als „einer der konsequentesten Vertreter der Interesssen der Opfer der SED‑Diktatur“ gewürdigt.
Der Förderverein freut sich über die Verleihung dieser Auszeichnungen an den Gedenkstättendirektor. Er wertet sie sowohl als Anerkennung für die persönlichen Verdienste Knabes als auch als Würdigung der Arbeit aller Mitarbeiter der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen.



Erfolgsgeschichte des Fördervereins

Der Förderverein entwickelte sich im Jahre 2009 weiterhin erfolgreich. Es gab keine Austritte, Ende des Jahres wurden 134 Mitglieder gezählt (57 aus Berlin, 73 aus dem übrigen Bundesgebiet, 2 aus der Schweiz, 1 aus Belgien, 1 aus den USA) gegenüber 100 Ende des Jahres 2008.
Die Mitglieder des Fördervereins bestätigten am 16. November 2009 durch Wiederwahl den bisherigen Vorstand:
Vorsizender: Dr. Jörg Kürschner; Stellvertreter: Dr. Matthias Bath;
Schatzmeister: Holger Krestel; Schriftführer: Hubertus Fedke;
Beisitzer: Vera Legsfeld und Stefan Hilsberg



Der Förderverein hat im Jahre 2009 die Kontakte zu Landesvertretungen und Bundesministerien verstärkt. Erneut war der Förderverein am „Tag der offenen Tür“ der Bundesregierung mit einem Informationsstand präsent. Auf der Bundesdelegiertentagung der Mittelstands‑ und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU konnte der Förderverein ebenfalls mit einem Informationsstand auf sich aufmerksam machen. In Saarbrücken war der Förderverein aus Anlass des 20. Jahrestages der friedlichen Revolution in der Willi‑Graf‑Schule und in der Villa Lessing der Friedrich‑Naumann‑Stiftung vertreten. Dies schlug sich neben dem Spendeneingang auch in der Mitgliederbilanz nieder.



Das Spendenaufkommen ist 2009 erneut gestiegen, wodurch die Gedenkstätte in größerem Umfange als zuvor unterstützt werden konnte. Hervorzuheben ist eine Spende von Herrn Bundesminster a.D. Peer Steinbrück in Höhe von 16.500 Euro, die der Gedenkstätte auf Initiative des Fördervereins zugegangen ist.



Auch im Jahre 2009 informierten sich Mitglieder und Interessenten alle drei Monate über aktuelle Entwicklungen im Förderverein und in der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen. Unser Nachrichteninfo erscheint als Druckexemplar und in elektronischer Form als PDF‑Datei:

Nachrichteninfo_14_2009 (pdf, 471 kb)

Nachrichteninfo_15_2009 (pdf, 543 kb)

Nachrichteninfo_16_2009 (pdf, 550 kb)

Nachrichteninfo_17_2009 (pdf, 482 kb)


Anfang Juli haben in Berlin rund 20 Mitglieder während eines informellen Treffens die Vereinsarbeit erörtert. Mit diesen Initiativen konnten die Mitglieder nicht nur informiert, sondern auch in die Arbeit des Fördervereins stärker einbezogen werden.