Das Spendenaufkommen ist 2010 erneut gestiegen. Hervorzuheben ist eine großzügige Spende unseres Mitglieds Daniel Reuter aus Zürich. Größere Einzelspenden bis zu 1.000 Euro waren auch 2010 zu verzeichnen. Genannt werden sollen Zuwendungen unseres Mitglieds Volker Bouffier, Ministerpräsident des Landes Hessen sowie ein Parlamentarischer Freundeskreis. Gedankt sei auch unserem Mitglied Adelheid Buscher, die regelmäßig spendet.
Förderung der Gedenkstätte Hohenschönhausen
Der Förderverein unterstützt das Pädagogische Konzept für geführte Rundgänge mit blinden und sehbehinderten Besuchern durch die Gedenkstätte. In diesem Projekt verbinden sich inhaltliche und soziale Aspekte in besonderer Weise.
Erneut wurden Vorhaben der Pädagogischen Arbeitsstelle der Gedenkstätte unterstützt. Einen Zuschuss erhielt das gemeinsame Internationale Schülerseminar der Gedenkstätte und des Berliner Komitees für UNESCO‑Arbeit. Ehemalige Häftlinge werden stets in die Projekte der Pädagogischen Arbeitsstelle eingebunden.

Direktor Hubertus Knabe, HSH‑Preisträger 2010 Karl Wilhelm Fricke,
Bundesminster a.D. Wolfgang Tiefensee am 30. November 2010
Außerdem wurde zum zweiten Mal vom Förderverein der Hohenschönhausen‑Preis zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro vergeben. Der Preis wurde im Sommer mittels eines Faltblatts und diverser Presseerklärungen öffentlich ausgelobt. Die neu zusammengestellte Jury bestimmte aus 52 Vorschlägen und Bewerbungen einstimmig einen Preisträger: unser Gründungsmitglied Dr. h. c. Karl Wilhelm Fricke.
Ausstellung Gewalt hinter Gittern, Gefangenenmisshandlungen in der DDR
Dem Förderverein Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen wurden zweckgebunden 3.000 Euro vom Deutschen Richterbund gespendet. Diese Mittel wurden der Ausstellung Gewalt hinter Gittern,
Gefangenenmisshandlungen in der DDR zur Verfügung gestellt, die in der der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen vom 15. Juni bis zum 27. August 2010 zu besichtigen war.
Die Ausstellung wurde von der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen zusammen mit der Gedenkstätte Bautzen konzipiert.
Sie dokumentiert erstmals die brutale Gewalt in DDR‑Gefängnissen, gibt Tätern und Opfern ein Gesicht ‑ und zeigt das Versagen des Rechtsstaates bei der Aufarbeitung.

Eröffnung der Ausstellung durch die Bundesjustizministerin,
Frau Sabine Leutheusser‑Schnarrenberger im Juni 2010
Bei der Eröffnung der Ausstellung rief Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser‑Schnarrenberger dazu auf, die Erinnerung an die dunklen Seiten der DDR wachzuhalten. Gewalt gegen Gefangene sei im DDR‑Strafvollzug kein Exzess Einzelner, sondern Teil des politischen Systems. Angesichts der Totalüberwachung der Bürger, der Willkür der Sicherheitsbehörden, der Reduzierung des Menschen zum Objekt staatlichen Handelns und des Schießbefehls an der Mauer müsse klar sein, dass die DDR ein Unrechtsstaat war.
Förderungverein wächst

Tradition seit 2007: Mitglieder erörtern während eines informellen
Treffens im Thüringer in zwanglsoser Form die Vereinsarbeit
Die Zahl der Mitglieder ist 2010 wie im Vorjahr erneut gestiegen, allerdings nicht so deutlich wie im Vorjahr. Auf der letzten Jahresmitgliederversammlung im November 2009 konnten wir das 134. Mitglied begrüßen. Am Ende des Jahres 2010 gehörten dem Förderverein 154 Mitglieder an.
Jahresmitgliederversammlung in der Vertretung des Saarlandes beim Bund
Das Nachrichteninfo für Mitglieder und Freunde des Fördervereins stößt auf eine weiter steigende Resonanz . Der Umfang dieses Mitteilungsblatts, das seit nunmehr fünf Jahren erscheint und das auch den Besuchern der Gedenkstätte auf Spendenbasis zur Verfügung gestellt wird, lag bei der letzten Jahresausgabe bei 36 Seiten, die Druckauflage bei 700 Exemplaren, die elektronische Auflage bei über 1.200 Exemplaren. Um Kosten zu sparen, erschien das Nachrichteninfo 2010 nur dreimal, dafür aber in einem verbesserten Layout sowie mit weiter erhöhtem Umfang.
Nachstehend die PDF‑Versionen der Ausgaben des Jahres 2010 zum Download:
Nachrichteninfo_18_2010 (pdf, 999 kb)
Nachrichteninfo_19_2010 ‑ Doppelausgabe (pdf, 691 kb)
Nachrichteninfo_20_2010 (pdf, 658 kb)
Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr 2010
Im Juni fand im Maxim‑Gorki‑Theater, Berlin, eine Festveranstaltung zum 10‑jährigen Jubiläum der Stiftung Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen und zum 20. Jahrestag der Schließung des Stasi‑Gefängnisses statt. Der Vorstand beteiliget sich aktiv an dieser Feier. Dr. Jörg Kürschner hielt eine bewegende Rede. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sprach das Grußwort.

Reg. Bürgermeister Klaus Wowereit und Direktor Hubertus Knabe im Juni
Dieser Ort lässt niemanden unbeeindruckt, sagte Wowereit. Das frühere Untersuchungsgefängnis der DDR‑Staatssicherheit sei ein wichtiger Ort für das Erinnern und für die ehemaligen Träger des Systems auch immer wieder ein Stein des Anstoßes. Wowereit lobte zudem das Engagement der Mitarbeiter der Gedenkstätte. Die Besucherzahl sei 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent gestiegen. Wünschenswert wäre es aus Sicht des Regierungschefs allerdings, wenn auch die Resonanz aus den ostdeutschen Bundesländern stärker zunehmen würde.
Im September 2010 hatte die Gedenkstätte 100 frühere Häftlinge zu einer vielbeachteten Feier geladen ‑ stellvertretend für alle politischen Gefangenen der DDR.

Grußwort von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, vielbeachteter
Höhepunkt war die Festansprache von Prof. Dr. Michael Wolffsohn
Der Präsident des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert sprach ein Grußwort.
Die Festansprache zum Thema Über unsere Freiheit hielt Prof. Dr. Michael Wolffsohn, Historiker an der Universität der Bundeswehr München.
Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden am 28. September 2010 rund 100 Berliner Schüler jeweils von einem Häftling persönlich durch das einstige Stasi‑Gefängnis geführt.
Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte wird gepflegt
Der Förderverein hat in Abstimmung mit der Gedenkstätte auch 2010 dazu beigetragen, dass prominente Politiker zu einem Besuch der Gedenkstätte veranlasst werden konnten. Diese Kontakte führen regelmäßig dazu, dass die Besucher die Arbeit der Gedenkstätte positiv hervorheben; im Plenum des Parlaments und auch in den Medien.

Mitglieder des Fördervereins begleiteten im März 2010 in der
Gedenkstätte den Präsidenten der Malediven, Mohamed Nasheed
Außerdem hat der brandenburgische Landtag den seit November 2003 amtierenden Vorsitzenden des Fördervereins Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen Dr. Jörg Kürschner als Experten in die Enquetekommission zur Aufarbeitung der Nachwendezeit in Brandenburg berufen.
Die Zusammenarbeit mit dem Direktor der Gedenkstätte, Herrn Dr. Hubertus Knabe, seinem neuen Stellvertreter, Herrn Hellmuth Frauendorfer, der Pressestelle und der Öffentlichkeitsarbeit sowie den weiteren Mitarbeitern war auch 2010 geprägt von persönlicher Wertschätzung, gegenseitigem Vertrauen und effizienter Bewältigung unterschiedlichster Aufgaben. Der gezielte Kontakt zu Mitgliedern bzw. Freunden des Fördervereins, die als Bundes‑ und Landespolitiker zu unseren Unterstützern zählen, wird vom Vorstand des Förderereins und der Leitung der Gedenkstätte intensiv gepflegt.
Am 03. November 2010 empfingen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe den zweimillionsten Besucher in der Genslerstraße. Die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen hat im vergangenen Jahr einen neuen Besucherrekord verzeichnet: 2010 besichtigten 332.000 Menschen die vor 20 Jahren stillgelegte Haftanstalt. 2009 waren es noch 314.000 gewesen. Das entspricht einer Steigerung von mehr als fünf Prozent. Seit Gründung der Gedenkstätte 1994 haben mehr als zwei Millionen Menschen das ehemalige zentrale Untersuchungsgefängnis des DDR‑Staatssicherheitsdienstes besucht. Besucherstärkster Monat war mit mehr als 40.000 Gästen der Oktober 2010. Seit der Stiftungsgründung im Jahr 2000 hat sich die Besucherzahl, bei gleichbleibend knapper Ausstattung mit Personal, mehr als vervierfacht.
Der Förderverein Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen unterstützt weiterhin zahlreiche Aktivitäten der Gedenkstätte ideel, finanziell und praktisch.
















