Aktivitäten 2010


Jubiläumsjahr

Im Herbst 2010 werden zwei Jahrzehnte seit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland vergangen sein. Am 3. Oktober 1990 endete die deutsche Teilung. An diesem Tage befanden sich in der Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen nur noch wenige Gefangene ‑ darunter Erich Mielke und Harry Tisch. Alle wurden bereits am 4. Oktober 1990 in andere Anstalten verlegt.
Somit hat die Anstalt mit diesem Tage praktisch aufgehört zu existieren.



Festakt zum Jubiläum der Gedenkstätte Hohenschönhausen
Am 23. Juni 2010 fand im Maxim‑Gorki‑Theater, Berlin, eine Festveranstaltung zum 10‑jährigen Jubiläum der Stiftung Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen und zum 20. Jahrestag der Schließung des Stasi‑Gefängnisses statt. Anschließend wurde das Theaterstrück „Staats‑Sicherheiten“ aufgeführt. Aus diesem Anlass sprach der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit das Grußwort.



„Dieser Ort lässt niemanden unbeeindruckt“, sagte Wowereit. Das frühere Untersuchungsgefängnis der DDR‑Staatssicherheit sei „ein wichtiger Ort für das Erinnern und für die ehemaligen Träger des Systems auch immer wieder ein Stein des Anstoßes“. Wowereit lobte zudem das Engagement der Mitarbeiter der Gedenkstätte. Die Besucherzahl sei 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent gestiegen. Wünschenswert wäre es aus Sicht des Regierungschefs allerdings, wenn auch die Resonanz aus den ostdeutschen Bundesländern stärker zunehmen würde.



Besucherrekord

Die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen hat im vergangenen Jahr einen neuen Besucherrekord verzeichnet: 2009 besichtigten 314.000 Menschen die 1990 stillgelegte Haftanstalt. Im Jahr zuvor waren es noch 249.000 gewesen. Das entspricht einer Steigerung von 26 Prozent. Seit Gründung der Gedenkstätte 1994 haben damit mehr als 1,7 Millionen Menschen das ehemalige zentrale Untersuchungs- gefängnis des DDR‑Staatssicherheitsdienstes besucht, darunter 700.000 Schüler.
Seit der Stiftungsgründung im Jahr 2000 hat sich die Besucherzahl, bei gleichbleibend knapper Ausstattung mit Personal, mehr als vervierfacht.
Der Förderverein Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen wird im Jahr 2010 weiterhin zahlreiche Aktivitäten der Gedenkstätte ideel, finanziell und praktisch unterstützen.



Förderverein will ehemaliges Haftkrankenhaus mit
Monitorstation ausstatten





Der Förderverein stellt aus den eingegangenen Spenden und Mitgliedsbeiträgen Mittel in Höhe von 3.200 Euro für die Ausstattung der Gedenkstätte zur Verfügung. Im ehemaligen Haftkrankenhaus, das erstmalig am Tag des offenen Denkmals im Jahre 2008 für Besucher geöffnet werden konnte, soll eine Monitorstation mit DVD‑Abspielgeräten für Besucher aufgestellt werden. Dieses Vorhaben wird sofort realisiert, sobald in der Gedenkstätte die logistischen Voraussetzungen dafür gegeben sind.



Hohenschönhausen‑Preis 2010 wird verliehen

Zum zweiten Mal verleiht der Förderverein den Hohenschönhausen‑ Preis für herausragende Leistungen bei der Aufarbeitung des kommunistischen Unrechts. Obwohl es noch nicht gelungen ist, einen Sponsor für das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro zu finden, wurden am 07. Juli 2010 die Wettbewerbs‑Bedingungen veröffentlicht.
Bewerbungsschluss war der 27. August 2010. Der Preis wird Ende 2010 in Berlin verliehen.
Näheres zum Preis finden Sie auf dieser Website unter „Hohenschönhausen‑Preis“.



Ausstellung „Gewalt hinter Gittern, Gefangenenmisshandlungen in der DDR“
war in der der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen vom 15. Juni bis zum 27. August 2010 zu besichtigen


Dem Förderverein Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen wurden zweckgebunden 3.000 Euro vom Deutschen Richterbund gespendet. Diese Mittel wurden der Ausstellung „Gewalt hinter Gittern,
Gefangenenmisshandlungen in der DDR“ zur Verfügung gestellt.
Die Ausstellung ist von der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen zusammen mit der Gedenkstätte Bautzen konzipiert worden.
Die Ausstellung dokumentiert erstmals die brutale Gewalt in DDR‑Gefängnissen. Sie gibt Tätern und Opfern ein Gesicht ‑ und zeigt das Versagen des Rechtsstaates bei der Aufarbeitung.
Bei der Eröffnung der Ausstellung rief Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser‑Schnarrenberger dazu auf, die Erinnerung an die dunklen Seiten der DDR wachzuhalten. Gewalt gegen Gefangene sei im DDR‑Strafvollzug kein Exzess Einzelner, sondern Teil des politischen Systems. Angesichts der Totalüberwachung der Bürger, der Willkür der Sicherheitsbehörden, der Reduzierung des Menschen zum Objekt staatlichen Handelns und des Schießbefehls an der Mauer müsse klar sein, dass die DDR ein Unrechtsstaat war.