Das „Nachrichteninfo”   
unseres Fördervereins   
erscheint jährlich in mehreren Ausgaben. >>  
Aktuelles      (letzte Änderung: 03. Februar 2017)






Nachrichteninfo

Über aktuelle Entwicklungen im Förderverein und in der
Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen informiert
mehrmals jährlich ein Nachrichteninfo. Die Broschüre
wird ausschließlich an Mitglieder des Fördervereins,
Sponsoren sowie Freunde des Fördervereins und
der Gedenkstätte versandt.

Nachstehend die PDF‑Version der neuesten Ausgabe,
36 Seiten, zum Download:

Nachrichteninfo Nr. 37 von 2016 (pdf. 665 kb)




Trailer einer Theateraufführung in der Gedenkstätte im September 2016:


Die Kugel und das Opium ‑ Verbotene Biografien
Ein Abend mit Texten von Liao Yiwu, einem großartigen chinesischen Schriftsteller und Dissidenten. Er gab in seinen Werken vielen Menschen eine Stimme; hier bekommen sie auch eine Bühne: Ein hundertzweijähriger Mönch. Ein von der Partei gefeierter und gefällter Komponist. Ein Opfer der Bodenreform Mao Zedongs. Ein zum Tode verurteilter Straßenkämpfer der Freiheitsbewegung von 1989. Und der Autor selbst, der für das Schreiben eines Gedichts für vier Jahre ins Gefängnis kam.
Auch im früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR‑Staatssicherheit sind solche Biografien entstanden. Zum Beispiel die von Mario Röllig, dessen Geschichte ebenfalls Teil des Abends wurde.
Der Autor Liao Yiwu erhielt den Hohenschönhausen‑Preis 2016.
Mario Röllig ist Mitglied des Fördervereins.



PRESSEMITTEILUNG vom 11.11.2016:
Früheres Stasi-Gefängnis wird saniert
Bund fördert Baumaßnahmen mit 4,4 Millionen Euro

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am 10.11.2016 beschlossen, die ab 2017 geplanten Sanierungsarbeiten in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen mit 4,4 Millionen Euro zu unterstützen. Dabei soll vor allem der Innenbereich der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des DDR‑Staatssicherheitsdienstes denkmalgerecht saniert werden. Außerdem werden neue Seminarräume sowie Vermittlungsstationen im musealen Rundgang geschaffen. Nach Abschluss der Arbeiten Ende 2018 wird das gesamte Gefängnis barrierefrei zugänglich sein.
Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe begrüßte am Freitag die Entscheidung des Haushaltsausschusses: „Ich freue mich sehr über die Unterstützung des Bundes beim weiteren Ausbau der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen. Namentlich den Abgeordneten Johannes Kahrs und Rüdiger Kruse danke ich für ihr persönliches Engagement, bei der Aufarbeitung der SED‑Diktatur nicht nachzulassen. Fast eine halbe Million Besucher pro Jahr werden von den Baumaßnahmen profitieren.”
Die geplanten Sanierungsarbeiten werden insgesamt 8,75 Millionen Euro kosten. Der Bund stellt 2017 zunächst 1,4 Millionen Euro zur Verfügung und ab 2018 weitere drei Millionen. Die anderen 4,4 Millionen Euro stellt das Land Berlin bereit. 2013 wurden in einem ersten Bauabschnitt bereits eine große Dauerausstellung sowie ein Besucherzentrum mit Cafeteria, Buchladen und Filmräumen realisiert.



(Bitte beachten Sie die Veranstaltungs‑ und Austellungshinweise auf der Website der Gedenkstätte.) Kontakt: www.stiftung‑hsh.de





Die Dauerausstellung in der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen trägt den Titel „Gefangen in Hohenschönhausen ‑ Zeugnisse politischer Verfolgung 1945 ‑ 1989” .
Sie informiert über die Geschichte der ehemaligen Stasi‑Untersuchungshaftanstalt. Von 1945 bis 1989 befand sich im Berliner Stadtteil Hohenschönhausen ein streng geheimes Sperrgebiet. Über 40 000 Menschen saßen dort während der kommunistischen Diktatur in Ostdeutschland in verschiedenen Lagern und Gefängnissen in Haft. Die Dauerausstellung erzählt erstmals ihre Geschichte und wer für ihr Leiden verantwortlich war.



Der Wegweiser ‑ barrierefrei ‑ durch die Dauerausstellung                      

Auf 700 Quadratmetern Fläche werden rund 500 seltene Exponate gezeigt, mehr als 300 historische Fotos und 100 Medienstationen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erfahrungen der Opfer, die meist völlig unerwartet in die Maschinerie politischer Verfolgung gerieten. Ausgestellt werden Gegenstände aus dem Gefängnisalltag in der DDR, aber auch seltene Zeugnisse des Widerstandes von politischen Häftlingen. Ein eigener Ausstellungsbereich informiert über die Arbeits‑ und Lebenswelt der hier tätigen Stasi‑Mitarbeiter. Zum ersten Mal werden auch die Büros der früheren Gefängnisleitung gezeigt.
Für die Präsentation wurde eine ehemalige Lagerhalle im Hauptgebäude des DDR‑Staatssicherheitsdienstes zur Ausstellungsfläche umgebaut. Für Umbau und Gestaltung der Ausstellung zeichnet das renommierte Architektenbüro HG MERZ verantwortlich.



Katalog zur Dauerausstellung „Inhaftiert in Hohenschönhausen”                              

Kann man einen Ausstellungskatalog über ein Gefängnis machen? Lassen sich Einsamkeit, Verzweiflung und Leid in einem Bildband darstellen? Die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi‑Gefängnis in Berlin‑Hohenschönhausen ist dieses Wagnis eingegangen und hat ein aufwändig gestaltetes Begleitbuch zu ihrer Dauerausstellung herausgebracht. Es präsentiert erstmals zahlreiche Exponate, historische Fotos und unbekannte Dokumente über das geheimste Gefängnis der DDR.
Der Katalog der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen ist ein Versuch, das Grauen verständlich zu machen und berücksichtigt die Schwierigkeit, Gewalt und Unterdrückung in einem Museum darzustellen. Voyeurismus, Verdrängung, Information - zwischen diesen Polen bewegt sich die Arbeit vieler Erinnerungsorte. Insofern werden im Katalog moderne museumsdidaktische Ansätze realisiert.
Der Förderverein hat durch Mitgliedsbeiträge und Spenden das Erscheinen des modernen Ausstellungskatalogs finanziell gefördert.

Neben einer großen Ausstellungsfläche sind auf dem Gelände der Gedenkstätte ein modernes Besucherzentrum, neue Veranstaltungs‑ und Seminarräume, ein Buchladen und eine Cafeteria geschaffen worden.