Preisträger 2010:
Dr. h. c. Karl Wilhelm Fricke,
Publizist und DDR‑Experte

Preisträger Dr. Fricke wird ein symbolischer Scheck in Höhe von 5.000 Euro überreicht
Presseerklärung zur Vergabe des Hohenschönhausen‑Preises 2010
als Download (pdf, 129 kb)
Horst Schüler
Ehrenvorsitzender der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG)
Begründung der Jury‑Entscheidung (pdf, 58 kb)
Auszug:
...Die Jury zur Verleihung des Hohenschönhausen‑Preises 2010 hatte über viele hervorragende Arbeiten und Beiträge zur Aufarbeitung des DDR‑Unrechts zu urteilen und die Entscheidung fiel ihr nicht leicht. Dennoch entschied sie nach ausführlichen Beratungen letztlich einstimmig. Der Hohenschönhausen‑Preis 2010 wird mit Herrn Dr. Karl Wilhelm Fricke einen Mann ehren, der Angehöriger dieses Widerstandes der ersten Jahre war. Und der wie kein anderer die oppositionelle Bewegung im kommunistisch beherrschten Teil Deutschlands von Beginn bis zu ihrem erfolgreichen Ende wissenschaftlich erforschte und analysierte.
Als Vertreter der Opferverbände in der Jury und für die vielen ehemaligen politischen Häftlinge des Kommunismus erfüllt mich diese Entscheidung mit Stolz und Freude...
Jury‑Mitglied Horst Schüler
Laudator Minister a. D. Wolfgang Tiefensee
Wolfgang Tiefensee, MdB
Bundesminister a.D.
Laudatio für Dr. Karl Wilhelm Fricke,
Preisträger des Hohenschönhausen‑Preises 2010 (pdf, 109 kb)
Auszug:
...Ihre Geschichte, sehr verehrter Dr. Fricke ist viel mehr als eine subjektiv gefärbte Autobiographie. Sie haben mit dem Buch Akten‑Einsicht ‑ Rekonstruktion einer politischen Verfolgung ein minutiös recherchiert präzises, eindrucksvolles Werk der Zeitgeschichte geschaffen, das den Menschen vor Augen führt, wozu die DDR‑Diktatur fähig war. Dieses Buch ist aber nur ein kleiner Ausschnitt aus Ihrer Arbeit, für die Sie diesen Preis erhalten. Ihr umfangreiches Werk setzt sich vor allem mit dem Herrschaftssystem der DDR und mit kommunistischen Systemen in Mittel‑ und Osteuropas auseinander. Ihr besonderes Interesse blieb die Frage nach der Funktionsweise und der Struktur eines diktatorisch gelenkten bürokratischen Herrschaftssystems, das nicht durch freie Wahlen legitimiert wird und über keine unabhängige Justiz verfügt. Dabei schildern Sie insbesondere die politische Unterdrückung, die sich in diesem System gegen den Einzelnen richtet. Wirft man einen Blick auf die ganze Fülle Ihrer Veröffentlichungen, so wird deutlich, dass die analytische Beschäftigung mit dem Herrschaftssystem der DDR auf dokumentarischer Grundlage im Vordergrund eines Lebenswerkes steht, das diese Bezeichnung zu Recht trägt. Ihre Arbeiten fanden immer auch die Anerkennung der wissenschaftlichen Kollegen....
Musikalische Begleitung Leon Buche, Klavier
Preisträger Karl Wilhelm Fricke
Dr. Karl Wilhelm Fricke
Publizist und DDR‑Experte
Festansprache und Dankesrede (pdf, 73 kb)
Auszug:
...Es hat gewiss etwas mit politischer Symbolik zu tun, wenn der ehemalige Hohenschönhausen‑Häftling nun hier und heute eine Stunde seiner Ehrung erleben darf. Damals im Gefängnis, im so genannten U‑Boot vor nunmehr gut fünfeinhalb Jahrzehnten, schwor ich mir, dass ich ‑ jemals wieder in Freiheit ‑ nach Kräften dazu beitragen werde, die Wahrheit über das Geschehen in Hohenschönhausen zu verbreiten. Es war eine Verpflichtung? die ich allen Verfolgten, allen Opfern gegenüber verspürt habe, die von der sowjetischen Geheimpolizei und der DDR‑Staatssicherheit in Hohenschönhausen inhaftiert, entwürdigt, gedemütigt, entrechtet, misshandelt und gefoltert wurden....
Ehepaar Friedelind und Dr. Karl Wilhelm Fricke, Preisträger 2010












