Cliewe Juritza
Cliewe Juritza wurde 1966 in Ost‑Berlin geboren und erlernte den Beruf des Klempners.
Schwierigkeiten mit dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) bekam er bereits mit zwölf Jahren, als er sich an die damalige US‑Botschaft wandte, weil er sich ein Skateboard wünschte.
Eine Rüge blieb zunächst folgenlos, aber die erwünschte Aufnahme in die Handelsmarine wurde verweigert.
Er fasste den Entschluss, in die Bundesrepublik zu fliehen.
Die Flucht über Ungarn scheiterte, so versuchte er, über die innerdeutsche Grenze zu kommen.
Auch dieser Fluchtversuch misslang.
In der Nähe von Eisenach wurde er 1984 schließlich festgenommen.
Zunächst kurze Zeit in Gotha inhaftiert, wurde er anschließend in das Untersuchungsgefängnis Berlin‑Rummelsburg gebracht.
Wegen Verdachts auf versuchten ungesetzlichen Grenzübertritt verurteilte man den damals erst 18‑jährigen zu zwölf Monaten Haft.
Er verbüßte seine Haftzeit im Jugendhaus Halle.
Nach zehn Monaten wurde er schließlich im Rahmen des Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik abgeschoben.
Dort holte er sein Abitur nach und studierte an der Freien Universität Berlin Politikwissenschaften.
Cliewe Juritza ist heute als Stadtführer in Berlin tätig. Seit 2008 führt er Besuchergruppen durch die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen,
Er ist Mitglied des Fördervereins seit 2007.
Sein Schicksal hat er in einem autobiografischen Buch beschrieben.
Literaturhinweis:
Juritza, Cliewe: Als die Berliner Mauer noch kein Denkmal war (2008)































