20 Jahre Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen

Vom Stasi‑Gefängnis zum Erinnerungsort:
20 Jahre Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen

Vor 20 Jahren, im Juni 1994, nahm die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen ihre Arbeit auf. Nur vier Jahre nach Schließung der wichtigsten Haftanstalt des Staatssicherheitsdienstes begann die Aufarbeitung eines der dunkelsten Kapitel der DDR. Vor allem ehemaligen Häftlingen ist es zu verdanken, dass das Gefängnis nach der deutschen Wiedervereinigung nicht weitergenutzt, sondern zum zentralen Erinnerungsort für die Opfer der SED‑Diktatur ausgebaut wurde.
Wohl niemand hätte damals gedacht, dass 20 Jahre später jedes Jahr über 400.000 Besucher die Gedenkstätte im Nordosten Berlins besuchen würden. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland symbolisiert sie heute wie kein anderer Ort das System politischer Verfolgung in der DDR. Die Tatsache, dass das Gefängnis fast unverändert erhalten geblieben ist und die Besucher zumeist von ehemaligen Häftlingen durch das Gelände geführt werden, macht die Besichtigung für viele zu einem besonders berührenden Erlebnis.

 

TVberlin am 23.06.2014:
In der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Ende 2014 hatte das Berliner Komitee für UNESCO‑Arbeit den Preis der Gedenkstätte und der DDR‑Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe verliehen. Seit 2003 vergibt der Verein die Auszeichnung an Persönlichkeiten oder Institutionen, die zur Überwindung von Mauern zwischen Rassen, Klassen, Völkern, Nationen, Kulturen, Ideologien, Konfessionen, Parteien und Menschen beigetragen haben. Das UNESCO‑Komitee hatte die Auszeichnung damit begründet, dass die Gedenkstätte im früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit durch ihre tägliche Arbeit die früheren Gefängnismauern überwinde, hinter denen die Menschenrechte mit Füßen getreten worden seien. Sie reiße die Mauern nachträglich nieder und rehabilitiere damit die Opfer. Die Verleihung der Berliner Friedensuhr geht auf den Juwelier Jens Lorenz zurück. Dieser baute 1989 eine fast 3 Meter hohe und 2,5 Tonnen schwere Uhr mit der Inschrift „Zeit sprengt alle Mauern”. Er wollte damit ein Zeichen der Hoffnung setzen, dass sich Ost und West wiedereinigen mögen. Bei der Vorstellung der Uhr am 9. November 1989 sickerte die Nachricht vom Fall der Mauer durch. Die Preisträger, zu denen unter anderem Hans‑Dietrich Genscher, Michail Gorbatschow, Ronald Reagan, Helmut Kohl, George Bush sen. und Papst Johannes Paul II. gehören, erhalten eine 30 cm hohe Nachbildung der Uhr.
Die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen stellte am 09. November 2015 in ihrem Besucherzentrum eine Nachbildung der Berliner Friedensuhr auf.