Jahresmitgliederversammlung 2014

Im elften Jahr nach Gründung des Fördervereins Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen haben unverändert zwei Ziele im Vordergrund gestanden, zu denen uns die Satzung verpflichtet: die ideelle und materielle Förderung der Gedenkstätte sowie die Gewinnung neuer Mitglieder.

Die Zahl der Mitglieder konnte 2014 erneut gesteigert werden, allerdings nicht in dem gewünschten Umfang. Während 2013 33 Männer und Frauen zu uns gefunden haben, waren es in diesem Jahr nur 16. Zu den Neueintritten zählt ein Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Zu beklagen war am 23. März der Tod unseres Mitglieds Oskar Stück. Austritte waren 2014 nicht zu verzeichnen. Dem Förderverein gehören aktuell 221 Mitglieder an.
Jugendlichen von 16 bis 26 Jahren bietet sich seit Anfang 2013 die Möglichkeit einer zweijährigen, kostenfreien „Schnupper”‑ Mitgliedschaft. Davon ist bislang erst einmal Gebrauch gemacht worden.

Für die Gedenkstätte

Die Arbeit der Gedenkstätte ist auch 2014 weiter materiell gefördert worden. Die im April 2013 vom Vorstand und der Gedenkstätte geschlossene Kooperationsvereinbarung hat sich bewährt.
Der Förderverein wird auch 2014 das „Pädagogische Konzept für geführte Rundgänge mit blinden und sehbehinderten Besuchern durch die Gedenkstätte” unterstützen. Diese Rundgänge werden seit März 2012 an jedem dritten Mittwoch im Monat angeboten. Im vergangenen Jahr belief sich die Förderung auf 402 Euro. Da die Mittel in diesem Jahr nicht in vollem Maße ausgeschöpft worden sind, wurden diese zu einem Teil umgewidmet. In Zusammenarbeit mit dem Studiengang Gebärdendolmetschen der Humboldt‑Universität Berlin wurden 2014 zusätzlich drei Führungen mit gehörlosen Besuchern angeboten. Die Gedenkstätte hat dafür und für die Koordination insgesamt mit dem Förderverein im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) zwei Stellen geschaffen. Diese Mitarbeiter sind zugleich Ansprechpartner des Fördervereins in der Gedenkstätte. Kosten insgesamt 10.100 Euro. Der Vorstand sieht in diesem Projekt die Chance, das Engagement junger Menschen für nachhaltige Aufgaben in der Gedenkstätte zu fördern und zugleich deren Interesse an der historischen Aufgabenstellung zu wecken. Außerdem wird damit personellen Engpässen in der Gedenkstätte begegnet.

Zugleich hat der Förderverein erstmals zwei Werkverträge mit Historikerinnen der Gedenkstätte mit insgesamt 6.500 Euro finanziert. In der Studie bzw. Vorstudie werden die Fragestellungen „Hauptamtliche MfS‑Mitarbeiter – Inhaftiert in der zentralen Untersuchungshaftanstalt Berlin‑Hohenschönhausen 1951 – 1989/90” sowie „Die Totenkopfbande – Berliner S‑Bahn‑Rowdys in der Untersuchungshaftanstalt Berlin‑Hohenschönhausen 1961” bearbeitet. Das Fördervolumen beträgt somit 2014 insgesamt 16.600 Euro, Vorjahr 14.762 €, davor im Jahr 2012 9.875,49 €. Dem Förderverein ist trotz dieser Steigerung ein hinreichendes finanzielles Polster geblieben, um 2014 zum vierten Mal den „Hohenschönhausen‑Preis” zu verleihen.