Jour fixe in der Keibelstraße in Berlin‑Mitte am 63. Jahrestag des Volksaufstandes

Am 17. Juni 2016, dem 63. Jahrestag des Volksaufstandes, wurde der diesjährige Jour fixe in der Keibelstraße in Berlin‑Mitte durchgeführt. Die Mitglieder des Fördervereins nahmen dort an einer Führung durch das ehemalige Polizeigefängnis teil, in dem auch die Stasi insbesondere im Zusammenhang mit dem Volksaufstand Häftlinge verhört und gefangen gehalten hat.

Nach der Führung durch den ehemaligen Häftling Harry Santos erfolgte eine Kranzniederlegung des Fördervereins zum Gedenken an die Opfer des Volksaufstands. Mehr als 25 Mitglieder, darunter Roland Jahn, Dr. Jörg Kürschner sowie Dr. Hubertus Knabe nahmen an dieser feierliche Ehrung teil.
In einer kurzen Ansprache betonte Hubertus Fedke, Stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, bis 1990 sei der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland Feier‑ und Gedenktag: der Tag der Deutschen Einheit. Als die Einheit am 3. Oktober 1990 endlich Wirklichkeit wurde, geriet der 17. Juni leider in den Hintergrund.
Auch wenn der 17. Juni kein Feiertag mehr ist: Der Aufstand in Ost‑Berlin und der DDR gehört zu den prägendsten und bedeutendsten Ereignissen der jüngeren deutschen Geschichte. Ohne den 17. Juni lässt sich die deutsche Geschichte der vergangenen Jahrzehnte nicht erklären, lässt sich die Fluchtbewegung in den Folgejahren, die „Abstimmung mit den Füßen”, ebenso wenig nachvollziehen wie der Bau der Mauer, die systematische Verfolgung Andersdenkender, die Proteste gegen das Regime oder die Friedliche Revolution.
„Schon deshalb muss der 17. Juni wieder ein Feiertag werden und nicht nur Gedenktag bleiben. Dies fordert der Förderverein bereits seit Jahren!”

Immer noch nicht umgestzt ist unsere Forderung aus 2015, das DDR‑Polizeigefängnis zu einem Lernort umzugestalten.
Die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen hat ihr Interesse bekundet, das ehemalige Polizeigefängnis als einen Lernort zu entwickeln und zu betreiben. Über 600 Hohenschönhausen‑Häftlinge wurden während ihrer Haftzeit in dem Ost‑Berliner Polizeigefängnis verhört und gefangen gehalten. Der Förderverein unterstützt daher die „Initiativgemeinschaft Ehemaliges Polizeigefängnis Keibelstraße”. Sie regt daher an, als ersten Schritt die Stiftung Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen mit der Ausarbeitung eines Betriebskonzeptes und einer Kostenschätzung zu beauftragen.