Materielle Förderung der Arbeit der Gedenkstätte durch den Förderverein in 2015

Der Förderverein hat auch 2015 die Arbeit der Gedenkstätte materiell gefördert.
So hat der Förderverein die ersten 2.000 Exemplare des Katalogs zur Dauerausstellung
„Inhaftiert in Hohenschönhausen, Zeugnisse politischer Verfolgung 1945 ‑ 1989”, Nicolaische Verlagsbuchhandlung
mit 13.203,80 € gefördert.
Der neue Katalog wurde am 25. November 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Herausgeber des Bandes stellten nicht nur das Ergebnis ihrer Arbeit vor. Sie diskutierten zugleich mit Experten und Zeitzeugen über die Schwierigkeit, Gewalt und Unterdrückung in einem Museum darzustellen. Voyeurismus, Verdrängung, Information ‑ zwischen diesen Polen bewegt sich die Arbeit vieler Erinnerungsorte. Der Katalog der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen ist ein Versuch, gleichwohl das Grauen verständlich zu machen.

Das Fördervolumen betrug somit 2015 32.483,80 € (Vorjahr 16.600 Euro (2013 14.762 €, 2012 9.875,49 €). Dem Förderverein bleibt trotz dieser erheblichen Steigerung ein hinreichendes finanzielles Polster, um 2016 zum fünften Mal den „Hohenschönhausen‑Preis” zu verleihen. Preisträger 2014 waren der Schriftsteller Reiner Kunze sowie das mit einem Ehrenpreis ausgezeichnete Menschenrechtszentrum Cottbus, dem einst größten Gefängnis der DDR für politische Häftlinge. Die Preisverleihung ist auf zufriedenstellendes Echo gestoßen; in den Medien und in der Politik.
Die im April 2013 vom Vorstand und der Gedenkstätte geschlossene Kooperationsvereinbarung hat sich bewährt. Diese sieht vor, dass die bisher auf das Konto der Gedenkstätte eingegangenen Spenden sowie die Gelder aus der Spendenbox in der Gedenkstätte auf ein zusätzlich eingerichtetes Konto des Fördervereins geleitet werden. Damit wird die Gedenkstätte in die Lage versetzt, über Spendengelder von ihren Zuschussgebern Bund und Land Berlin unabhängiger zu verfügen.
Vierstellige Großspenden durch Mitglieder konnte der Förderverein 2015 in Höhe von 19.700 € (Vorjahr 17.485 Euro, 2013 15.500 Euro) verbuchen. Der Vorstand dankt jedem Mitglied für jede Zuwendung, unabhängig von deren Höhe.
Wir haben Transport und Aufbau der Wanderausstellung „Gewalt hinter Gittern” in Darmstadt und in Berlin‑Marzahn gefördert. Kosten ca. 8. 000 €.
Wie in den vergangenen Jahren haben wir zwei Stellen „Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)” in Höhe von insgesamt 10.680 € finanziert. Diese Mitarbeiter sind zugleich Ansprechpartner des Fördervereins in der Gedenkstätte. Der Vorstand sieht in diesem Projekt die Chance, das Engagement junger Menschen für nachhaltige Aufgaben in der Gedenkstätte zu fördern und zugleich deren Interesse an der historischen Aufgabenstellung zu wecken. Außerdem wird damit personellen Engpässen in der Gedenkstätte begegnet.
Die Recherchen eines Historikers der Gedenkstätte wurden mit 600 € unterstützt.

Die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen bot in der „Woche des Sehens” zwei Sonderrundgänge für blinde und sehbehinderte Besucher an ‑ hier Rundgang mit unserem Mitglied Cliewe Juritza.

Wir finanzieren die Tastführungen zur „Woche des Sehens” und wie in den vergangenen Jahren auch das „Pädagogische Konzept für geführte Rundgänge mit blinden und sehbehinderten Besuchern durch die Gedenkstätte”.