Urteil: Prozess gegen linksextremistische Gewalt

Am 8. Januar 2011 kam es vor der Berliner Urania im Rahmen einer „Rosa‑Luxemburg‑Veranstaltung“ zu einem massiven körperlichen Angriff auf sieben ehemalige politische Häftlinge der SED‑Diktatur, die von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch machten und ein Plakat mit der Aufschrift zeigten „Kommunismus 100 Mio Tote“. Wir berichteten im Nachrichteninfo darüber, weil Mitglieder des Fördervereins betroffen waren.
Zwei Tatverdächtige standen seit dem 22. Mai 2012 vor dem Amtsgericht Berlin‑Tiergarten.
Das Gericht sprach den Angeklagten Mathias H. (23) wegen schwerer Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von 8 Monaten. Außerdem wurde er dazu verpflichtet, sobald das Urteil rechtskräftig wird, einem der geschädigten Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von 600 Euro zu zahlen. Ein zweiter Angeklagter wurde freigesprochen.
Vera Lengsfeld trug das Plädoyer für die drei Nebenkläger (darunter Mario Röllig) vor: „Antifaschismus ohne Antikommunismus ist nicht glaubwürdig. Es geht in diesem Prozess nicht nur um eine Schlägerei, sondern um einen Angriff auf die Meinungsfreiheit.“